Musikfestivals sind ohne Lärmtrauma, Schlammschlacht und Flunkyball (inklusive alkoholhaltigem „Spielgerät“) nicht denkbar? Doch, klar. Drink Responsibly und so. Und wir können auch ohne Alkohol feiern. Aber es ist wohl nicht übertrieben, wenn es zumindest eine Tendenz zu so einem Off-Stage-Rahmenprogramm – von gewiss nur einem kleinen Teil der Festival-Gemeinde – zu erkennen gibt.

Die dritte Ausgabe des A Summer’s Tale im niedersächsischen Luhmühlen bei Lüneburg, vom 1. bis 4. August, nur einen Steinwurf von Hamburg entfernt, schiebt dem aber qua Definition einen sittlichen Riegel vor.

Das klingt jetzt „lame“ (um mal ein bisschen in der Jugendsprache zu wildern) und mag es für eine bestimmte Klientel auch sein, aber es ist zugegebenermaßen ein Festival „für uns“!

Sind wir mal ehrlich, vor ein paar Jahren hätten wir wohl kaum nach Studium des Line-up von Hurricane, Rock am Ring und Co. den Kartenkauf mit „lohnt sich in diesem Jahr nicht!“ abgebrochen, da war das einfach gesetzt. Aber die Zeiten ändern sich. Selbst Bier darf nicht mehr bekömmlich sein.

Was ist die Alternative?

Heute sind es eher Festivals wie das A Summer’s Tale, zu dessen Hauptzielgruppe wir gehören. Jan Freitag hat sie mal in der „Zeit“ „High-End-Alternative“ genannt. Vielleicht stimmt das. Aber wenn du bis hierhin gelesen hast, bist du das wahrscheinlich sowieso.

Mehr Beiwerk mit kulturellem Rahmenprogramm, familienfreundlich und ja, auch generationenübergreifend.

Kann passieren, dass du Antwort bekommst, wenn du nach Helga rufst.

Was das A Summer’s Tale ausmacht, ist die Tatsache, dass du auf ein Festival gehst und gleichzeitig einen Kurzurlaub machen kannst. Das Festivalgelände liegt grün irgendwo im Nirgendwo und wird auch noch grün sein, wenn das Festival vorbei ist. Ein mal angekommen, tauchst du ein in eine Welt voller kleiner Schätze. Musik, Performance-Art, Freilichtkino, Lesungen, Poetry-Slam, Aufführungen und ganz viel mehr. Du kannst dich treiben lassen oder mit einsteigen. Wo bitteschön kann man denn an einem Northern Soul Dancing Workshop teilnehmen? Oder bei einer Lesung von und aus der wunderbar spitzen-bösen Feder von „Spiegel Online“-Dschungelcampinsassenkillerin Anja Rützel dabei sein?

Eintauchen in eine Welt voller kleiner Schätze: Musik, Performance-Art, Freilichtkino, Lesungen, Poetry-Slam, Aufführungen und mehr. Fotos: Robin Schmiedebach (3), Normen Gadiel (2), Björn Weinbrandt

It‘s Madness!

Wir sprechen hier von einem Musikfestival. Was fehlt? Klar, die Musik. Und bei all dem Rahmenprogramm bleibt das auch hier Hauptsache und ist sehr, sehr gut bestückt: Mando Diao, Fury in the Slaugh-terhouse, Editors und Madness als Top Acts. Madness! Wie großartig wird das denn bitte? Auch wenn man fairerweise erwähnen sollte, dass das Gesamtprogramm des A Summers Tale einem Hurricane-Tagesticket-Inhaber ein müdes Lächeln, was die schiere Anzahl der Acts angeht, in das Gesicht zaubern würde, wird hier wirklich qualitativ groß aufgefahren.

Beim A Summer’s Tale kann alles, nichts muss. Musik-Tagestickets sind ab 49 Euro in unterschiedlichen Varianten online erhältlich. Und das auch noch kurzfristig!

Ihr könnt aber auch individuell wählen, ob ihr während des gesamten Festivalzeitraums oder nur an bestimmten Tagen kommen möchtet. Ebenso sind unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten (mit oder ohne Camping, bzw. Komfort-Camping) und Familien-tickets verfügbar.

Am Ende kann da ganz schön was zusammen kommen für das Familienzelt und Co. und auch preislich landet man schnell auf dem Niveau eines Kurzurlaubes. Aber das ist es dann ja auch.

Weitere Infos, Line-up und Tickets unter: www.asummerstale.de

Der Artikel ist im SEASIDE Magazin 2018 erschienen, das ihr in unserem Shop portofrei bestellen könnt.