An Adrenalinausstoß mangelt es Kitebuggyfahrern sicher nicht. Schon als Zuschauer kann man sich das vorstellen. Aber Highspeed-Sport im Welt­naturerbe Wattenmeer, in besonders schützenswerter Natur, inmitten zahlreicher Menschen, die mindestens genauso viel Anrecht auf Strand haben? Wir fragten uns, wie das geht. Mit Rücksicht, Ausbildung und gesundem Menschenverstand geht es super. Und ist spektakulär!

Mit bis zu 50 Stundenkilometern, angetrieben allein durch den Wind, der sich in den fünf Quadratmeter- Schirmen fängt, schießen die Kitebuggys über den Strand. Und da es bei diesen Geschwindigkeiten auch besonderen Anforderungen genügen muss, geht das nicht überall. Deutsche- und auch Weltmeisterschaften im Kitebuggyfahren lassen sich hier oben im Norden nur an besonders dafür geeigneten Orten durchführen. Im letzten Jahr war Borkum Austragungsort der Kitebuggy-WM. Und bis sich die besten Fahrer mit der Weltelite vier Jahre später wieder zu einer WM messen können, fahren sie zum Beispiel ihre offenen Deutschen Meisterschaften Open/Master aus.

Kitebuggys schießen über die weiten Strandabschnitte, so wie hier auf Borkum. Foto: Horst Nebbe
Kitebuggys schießen ziemlich spektakulär über die weiten Strandabschnitte, so wie hier auf Borkum.
Foto: Horst Nebbe

Für 2020 werden die Reviere Rømø, Borkum, St. Peter-Ording und noch ein vierter Ort sein, der aber beim Verfassen dieses Artikels noch nicht feststand.

Deutsche Meisterschaft Kitebuggy Open/Master 2020

1. Lauf: 12.7.19 – 14.7.19, Römö
2. Lauf: 3.10.19 – 6.10.19, Borkum
3. Lauf: 11.4.20 – 12.4.20, St. Peter-Ording (vorbehaltlich Änderungen)
4. Lauf: Termin und Austragungsort tba

Solche Meisterschaften, eigentlich das Kitebuggyfahren generell, obliegt einer Reihe von Regeln und Genehmigungen. Das ist auch gut so, denn immerhin wird der Nationalpark Wattenmeer als Sportstätte genutzt. Warum das überhaupt möglich ist, hat sich sicher schon der eine oder andere gefragt, wenn er die abstrus schnellen Gefährte über den Strand schießen sah. Es gibt eigentlich zwei Hauptgründe dafür. Ein historischer und ein behördlicher. Erst einmal ist das Kitebuggy­fahren eine Form des Strandsegelns, das gibt es hier oben schon lange, genießt Bestandsschutz, und das gilt eben für die Buggys auch. Der zweite Grund ist eine Auflage, die weltweit gilt: KitebuggyfahrerInnen müssen eine gültige Lizenz besitzen, um ihren Sport ausüben zu können. So richtig mit Lehrgang, Prüfung und allem, was dazu gehört. Denn der Strand ist – glücklicherweise – öffentlicher Raum. Keine Zäune, keine Einschränkungen, Fußgänger haben Vorrang. Und auch wenn das von außen betrachtet ausgesprochen wild aussieht, wie die Kitebuggys über den Strand schießen, wissen die Leute genau, was sie machen. Und sie wissen auch, dass sie über ihre Segelnummer identifiziert werden können, falls mal jemand anderer Meinung ist. Genau wie beim Segeln.

Wenn euch das Zuschauen fasziniert, dann seid doch bei einem der Meisterschaftsläufe dabei. Wenn ihr selber loslegen wollt, dann auf zur Fahrschule. Ohne Licence kein Thrill! Wir haben im Vorfeld stellvertretend für die Kitebuggy­­schulen mit der Buggyfahrschule an der Nordsee in St. Peter Ording und mit World of Wind auf Borkum gesprochen, die uns das mal so richtig erklärt haben mit dem Kitebuggyfahren. Die nehmen ihre Sache sehr ernst und werden euch schon auf Speed trimmen!

worldofwind.de
buggyfahrschule.de
gpa.de