Als Kolumnist in der „Hamburger Morgenpost“ ist Jürgen Schwandt im Norden ebenso bekannt wie beliebt. Es ist nicht nur seine Lebens- klugheit, die ein Gespräch mit ihm besonders macht. Es ist sein Witz, seine ironische Art, auf die Dinge zu blicken. Es ist dieser Zug, andere und sich selbst mit Respekt zu behandeln und sich dennoch nicht zu wichtig zu nehmen. Sondern mit nordischer Haltung durchs Leben zu gehen. „Sturmwarnung“ ist seine liebevoll und mit einem Augenzwinkern erzählte Lebensgeschichte

Eine turbulente Biografie voller Weisheit, Toleranz und Zigarettenrauch. Dabei geht es in diesem Buch nur vordergründig um die Seefahrt – im Mittelpunkt steht vielmehr die Lebenseinstellung. Es geht darum, wie man in einem Sturm die Fassung bewahrt und seiner Crew ein Beispiel ist. „Sturmwarnung“ handelt davon, wie man sich anderen Menschen gegenüber korrekt verhält, ohne dafür ein Gesetzbuch oder eine Bibel zu benötigen: Empathie für Außenseiter, Renitenz gegen falsche Autoritäten, Standhaftigkeit für die eigenen Prinzipien. In seinen Geschichten benimmt sich Kapitän Schwandt wie ein Vorbild, obwohl er alleine den Verdacht, ein solches genannt zu werden, weit von sich weisen würde. Auch wenn es primär um eine Lebenseinstellung geht, erzählt das Buch natürlich von der Seefahrt. „Sturmwarnung“ ist auch ein Zeugnis einer längst vergangenen Epoche. Schwandts Geschichte spielt in Teilen zu einer Zeit, als Seeleute gesellschaftliche Außenseiter waren, scheinbar asoziale Outlaws, deren rüpelhaftes Verhalten während der Landgänge alle Vorurteile bestätigte. Was die Männer weit draußen mitmachten, spielte sich hinter dem Horizont ab. Das bekam keiner mit. Für viele Seeleute gilt noch heute das Tabu, über die wilde Seite der Seefahrt oder das Rotlicht zu sprechen. Für Kapitän Schwandt nicht. Er findet, es gehört zu seinem Leben dazu. Stefan Krücken,

Cover Sturmwarnung

Sturmwarnung,

ISBN 978-3-945877-00-5, 29,90 Euro,

Erschienen im Ankerherz Verlag,

ankerherz.de

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