Unsere Meere

Naturwunder Nordsee

Die Nord- und Ostsee spielten lange Zeit in Bild- und Filmmaterial kaum eine Rolle. Zu schwie-rig und unvorhersehbar schienen die Dreh-arbeiten im oft trüben Wasser, zu wenig exo-tisch die Tierwelt. Das Filmteam um Thomas Behrend hat sich nun der Herausforderung gestellt und in drei Jahren Drehzeit Geschichten unter und über Wasser gesammelt, die die Meere vor unserer Haustür in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. SEASIDE zeigt die besten Bilder der Nordsee aus der umfassenden ARD-Natur-dokumentation.

Foto: ARD/NDR/Martina Andrés/Doclights Der Auftakt „Naturwunder Nordsee“ por-trätiert die Bewohner der Nordsee und aus den Weiten des Wattenmeeres. Der Seehund ist wohl das bekannteste Säugetier, das vor unserer Küste lebt. Die Art ist in besonderer Weise an das Leben im Wasser angepasst. Seehunde sind bis zu 1,80 Meter lang, wiegen mehr als 100 Kilogramm und werden bis zu 40 Jahre alt.
Foto: ARD/NDR/Martina Andrés/Doclights Der kleingefleckte Katzenhai hat zwar kaum Feinde, doch in seinen ersten Lebens-tagen muss das Katzenhai-Baby zahlreichen Räubern entkommen. Mit den überall lauernden Seeteufeln erleben wir einen Wettlauf um Leben und Tod. 

An 320 Drehtagen legten die an dem Naturfilm-Projekt Beteiligten rund 40.000 Reisekilometer zurück! Für die vierteilige Reportagereihe „Unsere Meere“, die in diesem Frühjahr erschien, schufen sie etwa 400 Stunden Filmmaterial, darunter allein 500 Stunden unter Wasser! In den drei Jahren Drehzeit wurden elf Länder besucht und 32 Tierarten gefilmt. Der Anspruch des Teams rund um Thomas Behrend? Kein geringerer, als nie zuvor Gesehenes zu zeigen und die alltäglichen wie abenteuerlichen Dramen zu erzählen, die sich in der Welt der Meere abspielen. So konnten spektakuläre Szenen eingefangen werden: Schwertwale jagen Kegelrobben im Familienverband und mit erkennbarer Strategie. Ein Katzenhai begegnet seinem schlimmsten Feind. Die Gotland- Ringelnatter jagt tauchend im Meer nach Fischen – ein Anblick, der Urängste weckt und ein Verhalten, das nie zuvor gefilmt wurde. Dem Unterwasserfilmer Manuel Spescha kam seine Erfahrung im Apnoetauchen zugute, um sich ganz leise der Tierwelt zu nähern. Unterwasser-Zeitraffer ebenso wie hochauflösende Satellitenbilder lassen uns Nord- und Ostsee aus einem anderen Blickwinkel und auf neuem Bildniveau erleben.

Foto: S.Conradt Seltene Brutvögel wie die großen Basstölpel leben auf Helgoland, aber auch Trottellummen und Tordalken, Eissturmvögel, Dreizehen- und Heringsmöwen.

In den Meeren ist alles mit allem verbunden – das verblüffende Ineinandergreifen ökologischer Kreisläufe wie auch Umweltschäden und Klimawandel. Die vielfältigen Bedrohungen von Nord- und Ostsee werden nicht ausgeklammert. So mag „Unsere Meere“ das bisher umfangreichste und hochwertigste Filmdokument dieses Lebensraums sein. Der NDR-Naturfilm, welcher un-begrenzt in der Mediathek (ardmediathek.de) zu sehen ist, möchte ganz neue Maßstäbe im heimischen Tierfilm setzen. Der Erzählung leiht Schauspieler Axel Milberg dafür seine besondere Stimme. Und die norddeutsche Musikerin Milla Kay hat eine gefühlvolle Ballade kreiert. Die Musik von Oliver Heuss liefert den passenden Soundtrack, eingespielt von der NDR-Radiophilharmonie.

Foto: S.Conradt Das Weltnaturerbe Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste ist die Drehscheibe des weltweiten Vogelzugs mit zehn bis zwölf Millionen Wanderern zwischen Arktis und Afrika. Es bietet seltene, manchmal die einzigen Rückzugsorte für bestimmte Tierarten, und nirgendwo auf der Welt gibt es eine solch enorme Artenvielfalt der wattenmeertypischen Tiere und Pflanzen; 10.000 Tier- und Pflanzenarten sind hier 
beheimatet und nutzen Salzwiesen und Watt als Lebensraum.
Foto: ARD/NDR/Martina Andrés/Doclights Ein kleines Lebewesen war bis vor Kurzem von den Nordseeküsten verschwunden: das Seepferdchen. Nur im Seegras, geschützt vor Strömungen, kommt es überhaupt voran. Die Verschmutzung der Meere ließ Seegraswiesen weiträumig verschwinden. Inzwischen hat sich die Lage etwas gebessert. Der ARD-Naturfilm folgt einem 
Seepferdchen im Ärmelkanal auf der Suche nach einem Partner. Wird es fündig werden und seinen anmutigen Hochzeitstanz aufführen?

Die Nordsee ist ein Lebensraum der Superlative. Der Film „Unsere Meere“ nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine außergewöhnliche Reise ins Reich der Tiefe. Die zwei Nordsee-Filme „Naturwunder Nordsee“ und „Unbekannte Nordsee“ der vierteiligen „Unsere Meere“-Reihe porträtieren die Bewohner in den tiefen Fjorden Norwegens, auf Helgoland, vor den Shetlandinseln und in den gigantischen Weiten des Wattenmeeres. Die Nordsee, anderthalb Mal so groß wie Deutschland, verlangt den Tieren alles ab. Doch die Herausforderungen sind jedes Mal unterschiedlich. Es ist offensichtlich, wie sehr sich der Lebensraum in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Das stellt die Meeres- und Küstenbewohner vor völlig neue Aufgaben und gilt für Papageitaucher, Raubmöwen, Delfine, Tintenfische ebenso wie für Fischotter. Das Kamerateam filmte dafür Hunderte von Tagen unter Wasser, teils mit angehaltenem Atem. Ohne die schwere Ausrüstung und störende Geräusche gelangen so einzigartige Einblicke in das Verhalten scheuer Tiere.

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