Das Wattenmeer ist eines der weltweit größten und wichtigsten gezeitenabhängigen Feuchtbiotope und bildet die weltweit größte zusammenhängende Fläche aus Schlick und Watt. Als Rastgebiet für Zugvögel hat das Wattenmeer globale Bedeutung. Jährlich ziehen zehn bis zwölf Millionen Zugvögel durch das Gebiet. Fast zwei Drittel der Fläche der Insel Langeoog gehören seit 2009 zum Nationalpark Wattenmeer. Natur ist auf Langeoog allgegenwärtig. Meer, Watt, Wind, Dünen auf gerade mal 20 Quadratkilometern Fläche heißt Leben mit der Natur, in der Natur. Die Langeooger wissen darum. Und seitdem das Frachtschiff „Glory Amsterdam“ Ende Oktober 2017 vor Langeoog auf Grund gelaufen ist und drohte, einen Ölteppich über dieses fragile Ökosystem zu breiten, verstehen wir das auch.

Die Langeooger sind naturverbunden und ja, hier auf der Insel hat es niemand eilig. Aber man sollte sich nicht dem Gefühl hingeben, hier sei die Zeit stehengeblieben. Genau das Gegenteil ist der Fall. Hier wird naturverbundene Lebensart gekoppelt mit modernem Lifestyle. Nachhaltigkeit im Handeln, in der Herstellung von Produkten und in den vielfältigen Angeboten auf der Insel sind den Insulanern eben nicht neu, sondern werden konsequent weiterentwickelt.

Lichtkunstobjekt „Noctiluca“ auf Langeoog
Das sicher schönste Mittel, um die Aufmerksamkeit für den Naturschutz zu wecken, ist die Kunst. Foto: Marlies Eggers

Auf Langeoog wird traditionelle Kunst, wie die des Künstlers und Langeooger „Inselmalers“ Anselm Prester, neben das Lichtkunstobjekt „Noctiluca“ gestellt, um damit auf die Erwärmung der Meere und eine starke Vermehrung der namensgebenden Meeresleuchttierchen, die zur Biolumineszenz fähig sind, hinzuweisen.

Langeoog ist in erster Linie eine fantastische Urlaubsinsel, auf der sich viele Insulaner Gedanken da­rüber gemacht haben, wie sie ihren Gästen einen traumhaften Urlaub bescheren können. Auch wenn die Vorlage dafür die Natur liefert.

„Zehn Meter vom Meeressaum hat die Salzkonzentration in der Seeluft bereits um 50% abgenommen. ‚Original‘-Thalasso gibt es also nur am Meer.“

Langeoog hat 1.500 Sonnenstunden pro Jahr, 14 Kilometer natürlichen, schneeweißen Sandstand, Dünen und das Wattenmeer vor der Tür. Und auf der Insel gibt es reichlich zu entdecken. Und das zu Fuß, mit dem Fahrrad oder vielleicht noch auf der Pferdekutsche, denn Langeoog ist autofrei! Das Netz aus Rad-, Wander- und Naturpfaden macht das aber auch sehr leicht. Wir hatten uns in den letzten SEASIDE Ausgaben intensiv mit unserer kleinen Wortschöpfung „detox by nature“ und der Entschlackung der Seele auf Langeoog beschäftigt. Diese Ausflüge sind der Ausgangspunkt dafür.  Und versucht unbedingt, eine Thalasso-Behandlung im Kur- und Wellnesszentrum zu buchen. Falls ihr euch nicht mehr erinnert: „Zehn Meter vom Meeressaum hat die Salzkonzentration in der Seeluft bereits um 50% abgenommen. ‚Original‘-Thalasso gibt es also nur am Meer.“

Augen auf, in einigen Restaurants auf der Insel wird regional, saisonal gekocht und Fleisch aus artgerechter Haltung verwendet. Auch im Seekrug gibt es regionales Rind auf den Teller, das auf der Insel zur Landschaftspflege eingesetzt wird und die Wiesen kurz hält. Dass das kein Aufspringen auf einen Hype ist, erkennt man daran, dass hier seit über 25 Jahren eng mit regionalen Partnern zusammengearbeitet wird und das ganze Restaurant mittlerweile zu mehr als 90% Bio-Produkte einsetzt. Wenn ihr uns bei der Empfehlung nicht traut, weil der Seekrug hier im Magazin mit einer Anzeige auftaucht, dann verweisen wir eben an die Empfehlung der ehrwürdigen Instanz Gault-Millau.

Langeoog ist erste Deutsche „Fairtrade“-Insel

Das Siegel kennt man ja zum Beispiel von Kaffee. Genau wie der ungeheuer leckere aus der Langeooger Inselrösterei. Den sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Und wenn es die Tageszeit zulässt, kann man sich dann auch gleich noch an der selbsternannten größten Gin-Bar Niedersachsens mit über 100 Gin-Sorten (inklusive Eigenkreationen) verlustieren. Denn DAS wird euch in jedem Fall nachhaltig in Erinnerung bleiben!

Langeoog ist autofrei! Wer nach Langeoog möchte und mit dem Auto anreist: Am Fähranlieger Bensersiel gibt es mehrere bewachte Parkplätze und Garagen.

Die Kontaktdaten zur Parkplatzbuchung, Fahr­pläne und alle weiteren Infos findet ihr auf www.langeoog.de