An Nord- und Ostsee finden sich zwischen den belebten Seebädern der großen Urlaubsinseln einige nahezu unbekannte Eilande. Sie sind wichtige Natur­oasen für seltene Vögel, die einen besonderen Schutz genießen. Einige unbewohnte Inseln können besucht werden.

Ein Gastartikel von Sebastian Conradt

Monatelang liegen die Inseln karg und verlassen im Meer. In der dunk­len Jahreszeit sind Sand und Salzwiesen grau, Stürme peitschen Fluten über das flache Land. Ein unwirtlicher Ort. Doch wenn die Tage länger werden, kehrt hier das Leben zurück. Auf einmal füllt tausend­faches Schnattern und Schwatzen, Trillern und Pfeifen die Luft. Der Frühling schickt die ersten Vögel als seine Vorboten. Sie besetzen die einsamen Inseln im Wattenmeer und an der Ostseeküste, die allein ihnen vorbehalten sind.

Seeadler – Sebastian Conradt

Der Seeadler ist an der Ostsee wieder heimisch geworden und brütet beispielsweise in den alten Bäumen der kleinen Insel Vilm.

Memmert, Mellum und Scharhörn, Norderoog, Langenwerder und Kirr sind einige ihrer Namen. Als erstes kommen hundert­tausende Nonnen- und Ringelgänse als Rastvögel auf die Inseln und Halligen. Den Winter haben sie an der Atlantikküste Westeuropas verbracht, nun fressen sie das erste Grün und tanken damit Treibstoff für den weiten Flug in die sibirischen Brutgebiete. Dicht auf den Fersen sind ihnen Goldregenpfeifer und Knutts, Sanderlinge und Pfuhlschnepfen, die teilweise aus Westafrika kommen und nun in riesigen Schwärmen ihre tollkühnen Flugmanöver über den Inseln zeigen.

Im Watt und am Spülsaum suchen sie nach einer Wegzehrung. Alpenstrandläufer sind mit bis zu einer Million Durchzüglern im Wattenmeer die Massentouristen unter den Vögeln. Doch all diese arktischen Watvögel sind auch nur zu Gast auf den einsamen Inseln, ihre Brutgebiete erstrecken sich von Kanada über Grönland und Skandinavien bis in den Norden Russlands.

Nach einigen Wochen Zwischenstopp ziehen sie weiter. Schließlich treffen mit den Seeschwalben die Langstrec­kenzieher auf den Inseln ein. Nach ihrem winterlichen Ausflug ins südliche Afrika und die Antarktis finden sie zielsicher an ihren angestammten Brutplatz an unserer Küste zurück. Küstenseeschwalben sind die Rekordhalter unter den Weitfliegern: Sie bringen es auf eine Flugleistung von über 90.000 Kilometern pro Jahr. Zusammen mit Möwen haben die Seeschwalben ihre Kinderstube auf einigen der einsamen Vogelinseln. Enten und heimische Watvögel wie Austernfischer, Rotschenkel und Säbelschnäbler teilen sich mit ihnen das knappe Land im Meer für das Brutgeschäft. Besondere Aufmerksamkeit verdienen am Boden brütende Wanderfalken, Sumpfohr­eulen und Löffler im Wattenmeer sowie Seeadler und Wachtelkönige an der Ostsee.

Greifswalder Oie – Sebastian Conradt

Strand, Steilküste und ein uralter Eichen-Hainbuchenwald
– die einsame Greifswalder Oie in der Pommerschen Bucht.

Während die meisten Vogelparadiese auf einsamen Eilanden nicht viel mehr als ein flacher Fetzen Land sind, von Meerwasser umspült und, wenn überhaupt, nur niedrig bewachsen, zeigen sich ein paar Ostseeinseln in anderem Gewand. Auf Vilm und dem Ruden gibt es hohe Ufer und Steilküsten, Gebüsch und kleine Urwälder. Eine herausragende Stellung nimmt die Greifswalder Oie in der Pommerschen Bucht östlich von Rügen ein, auf der jährlich tausende kleine Singvögel während ihres Zuges in die Brutgebiete im Norden oder zurück in die südlichen Winterquartiere rasten. Der Verein Jordsand betreibt hier eine Vogelberingungsstation, um das Verhalten der Tiere zu erforschen. Nicht zuletzt deshalb wird die Insel auch als das „Helgoland der Ostsee“ bezeichnet.

Nicht alle, aber viele der überwiegend unbewohnten Inseln können zu bestimmten Zeiten besucht werden. Dann ist es möglich, die Vögel zu beobachten, ohne sie zu stören.

Unbewohnte Inseln in der Nordsee

Memmert
Memmert ist eine rund 500 Hektar große, bewachsene Sandinsel südwestlich von Juist. Nur etwa ein Drittel der Fläche eignet sich als hochwassersicherer Brutplatz für Vögel. Vor über 100 Jahren hat der berühmte Vogelkundler Otto Leege hier Strandgräser gepflanzt und so die Entwicklung von einer Sandbank zur festen Insel gefördert. Memmert liegt in der Schutzzone 1 des Nationalparks Wattenmeer (höchster Status/Ruhezone) und wird während der Sommermonate von einem Vogelwart bewacht. Besondere Vogelarten: Auf Memmert sind Heringsmöwe, Zwergseeschwalbe, Löffler, Kormoran, Austernfischer, Eiderente, Brandgans und Wanderfalke zu beobachten. Zugang: An einigen ausgewählten Terminen zwischen August und Oktober fährt von der Insel Juist aus ein Schiff. www.nationalparkhaus-wattenmeer.de/juist
Minsener Oog
Minsener Oog liegt südöstlich von Wange­­r­ooge im Wattenmeer. Sie ist durch Aufspülungen auf einer Sandbank entstanden und wird durch mehrere Buhnen vor dem Verdriften in das Fahrwasser zum Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven gesichert. Ein Radarturm des Wasser- und Schifffahrts­amtes ist sichtbar. Die etwa 370 Hektar große Insel verfügt über ausgedehnte Sand- und Muschelschelf-Flächen ohne Bewuchs. Sie gehört zur Schutz­­zone 1 des Nationalparks und wird nur von einem Vogelwart bewohnt. Besondere Vogelarten: Die Insel Minsener Oog ist ein herausragender Brutplatz für Fluss-, Küsten-, Brand- und Zwergseeschwalben. Auch Sand- und Seeregenpfeifer bauen hier ihre Nester. Im letzten Jahr brütete erstmals ein Habicht auf der Insel. Zugang: Das kleine Eiland ist auf einer geführten Wattwanderung von Schillig bei Horumersiel auf dem ostfriesischen Festland zu erreichen. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht, allerdings darf ausschließlich der Besucherbereich an der Südspitze der Insel betreten werden. www.mellumrat.de www.wattlopen.de/minsener-oog
Mellum
Mellum verfügt bei einer Fläche von rund 450 Hektar über ausgedehnte Sandflächen, Dünen und von Prielen durchzogene Salzwiesen. Ein kleiner Bereich ist durch einen Ringdeich geschützt. Hier steht die Unterkunft des Vogelwarts. Die Insel liegt nördlich des Jade­busens in der Schutzzone 1 des Nationalparks Wattenmeer. Besondere Vogelarten: Häufig­ste Brutvögel auf der kleinen Insel Mellum sind die Silber- und Heringsmöwen mit mehr als 5.000 Brutpaaren. Weitere Brutvögel sind hier auch Löffler, Kormorane, Seeschwalben und Schwarzkopfmöwen sowie Wanderfalken und Sumpfohr­eulen. Zugang: von Fedderwardersiel aus per Schiff. Außerhalb der Brutzeit werden einige Exkursionen vom betreuenden Naturschutzverein Mellumrat durchgeführt. www.mellumrat.de
Scharhörn
Die etwa 30-40 Hektar kleine Vogelinsel Scharhörn liegt mit ihrer Schwesterinsel Nigehörn auf einer Sandplate im Mündungsbereich der Elbe. Zusammen mit der bewohnten Insel Neuwerk gehört sie zur Hansestadt Hamburg und zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Auf Scharhörn befinden sich überwiegend bewachsene Dünen und Salzwiesen. Auch diese Insel ist erst durch künstliche Anpflanzungen von Strandgräsern aus dem Meer gewachsen. Das benachbarte Nigehörn ist komplett durch Menschenhand entstanden. Auf Scharhörn wohnt in den Sommermonaten ein Vogelwart des Vereins Jordsand zum Schutz der Seevögel. Besondere Vogelarten: Silber- und Heringsmöwen, Wanderfalken und Sumpfohreulen, Austernfischer und Eiderenten. Mit dem Fernglas sind außerdem brütende Kormorane auf Nigehörn zu sehen. Zugang: zur Niedrigwasserzeit nach vorheriger Anmeldung beim Vogelwart. Der Weg durchs Watt, von Neuwerk aus startend, ist markiert und kann zu Fuß oder per Wattwagen unternommen werden. www.jordsand.de www.wattwandernneuwerk.de www.husachterndiek.de
Süderoog
Die Hallig Süder­oog ähnelt in ihrer Größe und landschaftlichen Prägung sehr der Hallig Südfall, sie liegt jedoch weiter draußen in der Nordsee, südwestlich von Pellworm. Zwei einsame Menschen leben hier von der Landwirtschaft. Sie haben als Vogelwarte auch ein Auge auf die gefiederten Gäste, die in den Salzwiesen rasten und brüten. Wie Südfall liegt auch Süderoog in der Schutzzone 1. Besondere Vogelarten: Lach-, Herings- und Silbermöwen, Küsten- und Flussseeschwalben, Eiderenten und Austernfischer. Im letzten Jahr brüteten hier erstmals Löffler. Zugang: Süderoog wird von Pellworm aus per geführter Wattwanderung mit dem Hallig-Postboten Knud Knudsen oder den Mitarbeitern der Schutzstation Wattenmeer erreicht. Außerdem fährt ein Schiff von Pellworm zur Hallig. www.pellworm.de, www.schutzstation-wattenmeer.de
Norderoogsand
Die 2000 Fußballfelder messende, riesige Sandbank ist der Hallig Norderoog zur Nordsee hin vorgelagert. In der Regel wird sie bei Hochwasser nicht überspült. Im Norden sind in den letzten Jahren bis zu vier Meter hohe Dünen entstanden. Es gibt fast keinen Bewuchs auf dieser Insel, auch menschliche Bewohner fehlen. Millionen von Muschelschalen sind auf dem Sand verteilt, der in der Schutzzone 1 liegt. Besondere Vogelarten: In den Dünen brüten vor allem Herings- und Silbermöwen, außerdem ein Paar des seltenen Wanderfalken. Und Tausende Eiderenten, Kiebitzregenpfeifer, Pfuhlschnepfen, Knutts, Sanderlinge, Alpenstrandläufer, Ringelgänse. Zugang: Norderoogsand darf von Frühjahr bis Herbst, aber nur im äußersten Süden, betreten werden. Von Pellworm aus fährt das Ausflugsschiff „Gebrüder“. Info: Andreas Hellmann, Tel.: 04844/320.
Südfall
Die rund 60 Hektar große Hallig mit einer einzigen Warft liegt westlich von Nordstrand im Nordfriesischen Wattenmeer. Die Hofstelle wird in den Sommermonaten von einer Familie bewohnt, die gleichzeitig die Aufgaben des Vogelwarts übernimmt. Südfall ist komplett mit Salzwiesen bedeckt, die Steinkante zum Schutz gegen Sturmfluten ist an der Mündung des Hauptpriels unterbrochen und erlaubt eine natürliche Dynamik mit gemäßigten Überflutungen. Besondere Vogelarten: Lach-, Herings-, Silber- und Mantelmöwen sowie Fluss- und Küstenseeschwalben. Besondere Beachtung verdienen Löffler, Nilgänse und Schwarzkopfmöwen. Zugang: von April bis Oktober mit dem Wattwagen oder per Wanderung von Insel Nordstrand und per Schiff von Pellworm. www.nordstrand.de www.watt-wandern.de www.faehre-pellworm.de
Japsand Nordsee
Der Japsand ist eine reine Sand­insel mit nur 290 Hektar Fläche und ohne höhere Dünen. Er liegt westlich der Hallig Hooge unweit der Fahrrinne zur Insel Amrum. Im tiefen Wasser kann man dort an schönen Tagen baden. Besondere Vogelarten: Auf der ungeschützten weiten Sandfläche brüten vereinzelt Zwergseeschwalben, Sandregenpfeifer und verschiedene Möwen. Austernfischer, Große Brachvögel, Pfuhlschnepfen, Knutts und Alpen­strandläufer, Ringelgänse und Pfeif­enten nutzen den Japsand als Rastplatz. Zugang: Der Japsand kann von Hallig Hooge aus in Begleitung eines Naturschutz­warts der Schutzstation Wattenmeer er­wan­­dert werden. Der Norden der Insel darf betreten werden, der Süden ist zum Schutz von Vögeln und Seehunden für Menschen gesperrt. www.schutzstation-wattenmeer.de
Norderoog
Die Hallig Norderoog ist winzige neun Hektar klein, doch sie bietet jedes Jahr über 6500 Paaren von Seevögeln eine Brutheimat und stellt damit eines der wichtigsten Vogelge­biete an unseren Küsten überhaupt dar. Westlich von Pellworm und südlich von Hallig Hooge gelegen, ist das kleine Eiland extrem flach und nur mit einer dünnen Pflanzen­decke bewachsen. In einem Pfahlbau wohnt während der Sommermonate ein einsamer Vogelwart. Die Hallig befindet sich im Besitz des Vereins Jordsand zum Schutz der Seevögel und liegt in der Schutzzone 1 des Nationalparks. Besondere Vogelarten: Norderoog beherbergt die wichtigste Brandseeschwalbenkolonie an deutschen Küsten mit rund 3000 Brutpaaren, ebenso häufig ist die Lachmöwe vertreten. Daneben brüten weitere Seeschwalben- und Möwenarten sowie Austernfischer und Eiderenten. Zugang: nach der Brutzeit, ab Mitte Juli, im Rahmen einer geführten Wattwanderung von Hallig Hooge aus. Der Vogelwart erläutert dabei die meist noch anwesenden Brutvogelarten. www.jordsand.de www.schutzstation-wattenmeer.de
Kormoraninsel
Die Kormoraninsel ist geologisch betrachtet ein Küken unter den einsamen Inseln an unseren Küsten. Erst vor gut zehn Jahren ist sie zwischen Sylt, Amrum und Föhr aus dem Meer gewachsen, ihr Baustoff stammt von den Abbrüchen der Sylter Westküste. Das unter Einheimischen „Linnsand“ genannte Eiland ist verschwindend klein und kaum bewachsen, der Übergang vom Watt zur Insel kaum auszumachen. Besondere Vogelarten: Auf der Kormoraninsel brüten (noch) keine Vögel, aber sie bietet Hunderten von Kormoranen sowie großen Scharen von Eiderenten, Austernfischern und Alpenstrandläufern einen sicheren Rastplatz bei Hochwasser. Zugang: Die junge Sandinsel wird auf geführten Wattwanderungen von Amrum und Föhr aus erreicht. Zurück geht es auf manchen Touren erst bei auflaufender Flut mit dem Zodiac Schlauchboot. www.wattwandern-amrum.de www.der-insellaeufer.de oder Heinz-Jürgen Fischer, Tel.: 04683/14 85 oder 0175/460 72 92 (Föhr).

Unbewohnte Inseln in der Ostsee

Langenwerder
Die Insel Langenwerder liegt mit ihrer Fläche von gut 20 Hektar in der Wismarbucht nord­östlich der Insel Poel. Strand, Dünen und Mager­rasen prägen das Landschaftsbild des bereits seit 1910 unter Naturschutz stehenden Kleinods. In dem einzigen Haus der Insel lebt in der warmen Jahreszeit der Vogelwart des betreuenden Vereins Langenwerder. Besondere Vogelarten: Die Insel der Sturm­möwen. Im letzten Jahr brüteten hier rund 1700 Paare, daneben Küsten-, Zwerg- und Brandseeschwalben, Rotschenkel und Brandgänse. Zugang: Außerhalb der Brutzeit (Juli bis Oktober) werden vom Gollwitzer Strand aus organisierte Führungen auf die Insel angeboten. Auf dem Weg muss streckenweise durch das Ostseewasser gewatet werden. Die Zahl der Teilnehmer pro Führung ist auf 15 Personen begrenzt. Anmeldung: www.langenwerder.de
Kirr
Auf ihrer Fläche von 360 Hektar besteht Kirr überwiegend aus Salzwiesen, die von Prielen durchzogen sind. Sie liegt im Barther Bodden südlich der Halbinsel Zingst und steht zusammen mit der benachbarten Insel Barther Oie seit 1963 unter Naturschutz. Heute gehören die Inseln zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Auf dem Kirr gibt es einen kleinen Siedlungsbereich mit Ferien­anlage. Dort wohnt auch der Vogelwart des betreuenden Ornithologischen Vereins Halle. Besondere Vogelarten: Der Kirr ist das bedeutendste Wiesenbrütergebiet Mecklenburg-Vorpommerns. Hier siedeln einige der letzten Brutpaare von Alpenstrandläufer und Kampfläufer in Deutschland. Außerdem brüten Uferschnepfen, Kiebitze und Rotschenkel, Löffel-, Schnatter- und Kolbenenten sowie gelegentlich Brandseeschwalben. Im Herbst rasten tausende Kraniche. Zugang: Die Insel ist nur für Bewohner der Ferienanlage „Kranichhof“ zu betreten, die Überfahrt erfolgt mit der hauseigenen Barkasse. Den Kirr kann man aber gut vom Damm südlich des Ortes Zingst einsehen. Es gibt eine Beobachtungshütte am westlichen und östlichen Ortsrand von Zingst. www.ornithologischer-verein-halle.de/kirr www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de
Vilm
Vilm ist eine 94 Hektar große, langgestreckte Insel im Greifswalder Bodden, rund zwei Kilometer vor der Küste Rügens. Sie besteht aus zwei hohen Moränenkernen an ihren Enden und einer flachen Verbindung dazwischen. Die höchste Erhebung beträgt fast 38 Meter, Kliffs säumen die nördlichen und südlichen Ufer. Einzigartig ist der alte Eichen- und Buchen-Urwald auf der Insel, der seit nahezu 500 Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird. Seit 1936 steht Vilm unter Naturschutz, ab 1959 wurde er für die Öffentlichkeit gesperrt und blieb dem Ministerrat der DDR als Feriendomizil vorbehalten. Heute betreibt das Bundesamt für Naturschutz dort seine Akademie. Besondere Vogelarten: In den alten Bäumen der Insel brüten See­adler und Waldkauz, außerdem kommen Kormorane, Höckerschwäne, Brandgänse, Gänse- und Mittelsäger vor. Zugang: Ab Hafen Lauterbach auf Rügen mit MS „Julchen“ (März bis Oktober täglich), aber höchstens 60 Besucher pro Tag im Rahmen von Führungen. Anmeldung erforderlich. www.vilmexkursion.de
Ruden
Die 24 Hektar große Insel Ruden liegt nördlich von Peenemünde an der Schwelle des Greifswalder Boddens zur Pommerschen Bucht. Sie besteht aus bis zu drei Meter hohen Strandwällen und Dünen. Im Norden wächst ein uriger Kiefernwald, an den sich südwärts Trocken- und Dünenrasen sowie Schilfröhrichte und Salzwiesen anschließen. Ganz im Süden läuft der Ruden in einen mehr als einen Kilometer langen Sandhaken aus. Die Insel steht seit 1993 unter Naturschutz und wird ganzjährig ausschließlich durch den Vogelwart des Vereins Jordsand bewohnt. Besondere Vogelarten: Auf dem Ruden brütet der Seeadler, außerdem einige Küstenvögel wie beispielsweise Gänsesäger. Auf dem Sandhaken rasten täglich hunderte Kormorane und Großmöwen. Im Winter halten sich tausende Eis-, Trauer- und Bergenten hier auf. Zugang: Zurzeit wird der Hafen der Insel saniert, sodass ein Besuch vorerst nicht möglich ist. Danach wird der Ruden wie auch die Greifswalder Oie von Peenemünde aus angefahren. www.schifffahrt-apollo.de
Greifswalder Oie
Die Greifswalder Oie liegt neun Kilometer vor Usedom in der Pommerschen Bucht. An ihrem Nordende ragt sie mit einer Höhe von 14 Metern aus der Ostsee, dort steht auch ein Leuchtturm, der bestiegen werden kann. Südöstlich schließen ein uralter Eichen-Hainbuchenwald und ein Steilufer an. Den Süden der 54 Hektar großen Inselfläche bedeckt eine halboffene, strukturreiche Landschaft, im Westen säumt ein Sandstrand das Ufer. Die Greifswalder Oie steht seit 1990 unter Naturschutz, seit 1993 betreibt der Verein Jordsand hier eine Vogelberingungsstation. Besondere Vogelarten: Bemerkenswert ist der hohe Bestand an brütenden Eiderenten (35 Brutpaare in 2016) sowie an Wachtelkönigen und Karmingimpeln. Im Steilufer brüten Uferschwalben, auf der Hafenmole hauptsächlich Silbermöwen. Zugvögel werden jährlich vom 15.3. bis 9.6. und vom 1.8. bis 6.11 beringt. Zugang: Von Mai bis Oktober täglich mit dem Fahrgastschiff „Seeadler“. Ausgangspunkte sind Peenemünde und Freest. Jeweils dienstags gibt es ein besonderes Programm für Vogelfreunde mit Besuch des Fanggartens und der Beringungsstation. www.jordsand.de www.schifffahrt-apollo.de

Der Artikel „Die einsamen Schönen“ ist im SEASIDE Magazin 2017 erschienen, das in unserem Shop erhältlich ist.

 

SEASIDE gibt es jetzt auch im Abo Ausblenden