„Einzigartige Küche – eine Reise wert“ – damit charakterisiert der “Guide Michelin” jene herausragenden Künstler am Herd, die nach intensiven Testbesuchen letztendlich mit drei Sternen geadelt werden. In Deutschland kochen zehn Meister auf diesem Olympischen Niveau, drei davon im Norden.

„aqua“ in Wolfsburg

 Götz Wrage

Sven Elverfeld war 2008 der erste Chefkoch im Norden, den der Guide Michelin mit dem raren dritten Stern belohnte. Und auch der aktuelle Gault Millau zieht nach mit der Spitzenpunktzahl 19 und begründet diese Entscheidung mit den Worten: „Bei ihm bewundert man staunend, wie er im Geschmack, in der Temperatur und vor allem in der Intensität unterschiedliche Aromen perfekt vereint.“ Die Höchstbewertungen anderer Gourmet-Magazine, zahlreiche Auszeichnungen wie „Koch des Jahres“ oder auch „Restaurant des Jahres“ sammelt Elverfeld mit seinem Team in schönster Regelmäßigkeit. Sven Elversfeld und sein Team eroberten sich so eine Platzierung im Ranking S. Pellegrino “World‘s 50 Best Restaurants“. Dabei schwört der Koch auf Top-Qualität aller verwendeten Zutaten und auf einen ausgeprägten Regionsbezug sämtlicher Produkte. Manche seiner Gerichte erzähle eine Geschichte, die an seine persönlichen Erinnerungen anknüpfen, an prägende Stationen seiner Laufbahn und Reisen. In seinem Kochbuch „Sven Elverfeld“ lässt er seine Gäste an diesen Geschichten teilhaben, einen Einblick in die Hintergründe seines kulinarischen Schaffens gewinnen und sich selbst an Gerichten à la Sven Elverfeld versuchen. www.restaurant-aqua.com

„la vie“ in Osnabrück

 La Vie

Seit zehn Jahren verführt Patron und Küchenchef Thomas Bühner seine Fangemeinde mit einer avantgardistischen Aromenküche. Zusammen mit der aus Sri Lanka stammenden Gastgeberin Thayarni Kanagaratnam und ihrem aufmerksamen Service in einer unkomplizierten Atmosphäre entsteht ein Gesamtkunstwerk, das der Guide Michelin seit 2011 regelmäßig mit einem dritten Stern belohnt. Auch hier bewertet der Gault Millaut mit 19 Punkten. Thomas Bühner tüftelt oft wochenlang an verschiedenen Techniken, um einzigartige puristische Geschmackserlebnisse zu kreieren, gemäß seiner Überzeugung, dass es keinen authentischeren und intensiveren Geschmack gibt als den ursprünglichen Geschmack eines Produktes. Bester Beweis: sein kultverdächtiges Gericht „Pur Reh“, das er von Jahr zu Jahr weiter entwickelt. Ein wahres Paradies findet der Freund frischer Regionalprodukte im nahen Schloss Ippenburg. Hier pflegt Viktoria Freifrau von dem Bussche ihren „Küchengarten“ von über 3.700 Quadratmetern (übrigens auch eine Reise wert), in dem sich der Küchenchef jederzeit mit erntefrischem Obst, Gemüse, Kräutern und essbaren Blüten bedienen kann. Sehr sympathisch: Inspirationen aus fremden Küchen holt sich Bühner mit seinem Küchenteam auf Reisen nach Asien, Europa, Australien und Nordamerika. www.restaurant-lavie.de

„The Table“ in Hamburg

 Kevin Fehling

Zu Tisch bittet Kevin Fehling in „The Table“, seinem neuen Restaurant in Hamburgs HafenCity: ein in Deutschland einzigartiges Gastronomie-Konzept in einem architektonisch spektakulären Quartier – das passt! Hier hat Deutschlands jüngster Drei-Sterne-Koch, Jahrgang 1977, das perfekte Ambiente für sein außergewöhnliches Talent, für seine avantgardistischen Rezepturen und Kreationen gefunden. Kevin Fehling erkochte 2008 im eher verträumten Ostsee-Kurort Travemünde, im „La Belle Epoque“ seinen ersten Stern, 2011 den zweiten, dem 2013 der dritte folgte. Seine eigenen Ideen in einem besonderen Restaurant zu verwirklichen, zog es Fehling 2015 in die Hansestadt – und sein gesamtes Erfolgsteam zog mit. Auf Anhieb leuchteten (und leuchten) drei Michelin-Sterne über dem Hafen und bescheren Hamburg das erste Drei-Sterne-Restaurant überhaupt. Und das einzige in Deutschlands Metropolen. Die Begründung für diese ungewöhnliche Entscheidung des Guide Michelin liest sich dann so: „Es ist wohl die gastronomisch spektakulärste Neueröffnung des Jahres! Man sitzt in trendig schickem Ambiente an einem langen geschwungenen Tisch, an dem bis zu 20 Personen Platz finden. Privatsphäre ist einem aber dennoch gewiss. Die Fehlingsche Küche hat wie vorher in Travemünde internationales Top-Niveau.“ www.thetable.de